gut und sicher wohnen
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Geschichte der Genossenschaft

Gründungszeit

Die Genossenschaft wurde am 03. Februar 1919 gegründet und am 19. Februar 1919 in das Genossenschaftsregister beim Amtsgericht München eingetragen.

Unsere jüngsten Genossenschaftsmitglieder gehören heute schon zur dritten Generation, welche auf die der „Gründerväter“ folgt.

Da ist es verständlich, wenn vieles aus der wechselvollen Geschichte des Bauvereins nicht oder nicht mehr geläufig sein mag.

Mit dieser Information soll daher der Versuch unternommen werden, Rückschau auf die Gründerzeit und die nachfolgenden Jahre zu halten und interessierten Lesern die Stationen und Ereignisse in der Entwicklung des Bauvereins aufzuzeigen oder in Erinnerung zu bringen.

In der Entwicklungsgeschichte unseres Erdballs bedeuten die Jahre seit der Gründung nur eine verschwindend kurze Zeitspanne. Doch tief greifende Veränderungen während dieser Periode betrafen fast alle Bereiche unseres Lebens. Auch die Art des Wohnens, die Vorstellungen, Ansprüche und Wünsche an Größe und Ausstattung der Wohnungen haben sich gewandelt.

Eine Tatsache ist dagegen über all die Jahre hinweg unverändert geblieben und heute noch genauso akut wie ehedem, nämlich der Mangel an familiengerechten, preisgünstigen und erschwinglichen Wohnungen.

Modell der Wohnanlage Schornblock

Schon um die Jahrhundertwende löste die zunehmende Industrialisierung mit ihrem erhöhten Bedarf an Arbeitskräften einen starken Zuzug in die Städte aus. Im Jahr 1900 war die Einwohnerzahl Münchens bereits auf 500.000 Menschen angewachsen. Tausende Familien waren auf der Suche nach einer für sie geeigneten und auch bezahlbaren Wohnung. Es herrschte aber nicht nur ein großer Mangel, sondern ein beträchtlicher Teil der vorhandenen Wohnungen konnte auch den Mindestanforderungen an Wohnqualität und –hygiene nicht entsprechen.

Den Hoffungen, dass durch verstärkten Neubau von Kleinwohnungen dem dringendsten Mangel abgeholfen werden könnte, machte der Ausbruch des 1. Weltkrieges ein Ende.

Nach vier auszehrenden Kriegsjahren und den anschließenden politischen Wirren war die Lage auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt, die Versorgung mit Lebensmitteln, Heizmaterial und anderen notwendigen Bedarfsgütern katastrophal.

Und so waren viel Mut, Weitblick, enorme Energie und die Bereitschaft zu uneigennützigem Handeln erforderlich, um in dieser Notzeit die Idee der Selbsthilfe vorzutragen und eine Wohnbaugenossenschaft ins Leben zu rufen.

Daher verdienen die Initiatoren und Teilnehmer der Gründerversammlung des Bauverein München-Haidhausen noch heute unsere Bewunderung.

Erste Bautätigkeiten

Schornblock nach Fertigstellung im Jahre 1925

Trotz großer Anfangsschwierigkeiten, die durch instabile politische Verhältnisse und eine galoppierende Inflation bis hin zur totalen Geldentwertung noch verstärkt wurden, war der Bauverein erfolgreich. Auf der Generalversammlung vom 25. April 1921 konnte der Baubeginn der ersten Wohnungen bekannt gegeben werden und als der damalige Vorsitzende des Vorstandes im Schlusswort sagte: „Wir wollen in den neuen Wohnungen zusammenleben unter Beiseitelassung der Standesunterschiede“, da erntete er großen Beifall.

Weilerblock 1927

Nach 10jährigem Bestehen hatte der Bauverein rund 500 Wohnungen gebaut; über 500 eingeschriebene Genossenschaftsmitglieder aus allen sozialen Schichten, - Hilfsarbeiter, Arbeiter und Angestellte, Handwerker, Beamte, Lehrer, Kaufleute, Architekten, Ärzte und andere Selbständige – bildeten eine ausgewogene Solidargemeinschaft.

Bald darauf konnten weitere neue Häuser mit über 100 Wohnungen fertig gestellt und bezogen werden.

In den folgenden Jahren erschwerten die Weltwirtschaftskrise und auch die politischen Einflüsse die Bemühungen des Bauvereins und verhinderten die konstante Bautätigkeit so sehr, dass erst 1938 weitergebaut werden konnte.

Kriegsjahre

Die Fertigstellung und Einweihung neuer Wohnhäuser wurde bereits überschattet durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges.

Zwar konnten trotz zunehmender Schwierigkeiten bis zum Herbst des Jahres 1941 noch 378 Wohnungen bezogen werden, aber die weiteren, bereits begonnenen Bauten mussten eingestellt werden.

In den Kriegsjahren 1942 und 1943 erfolgte die Verschmelzung mit der „Kleinwohnungsbaugenossenschaft München-Ostbahnhof-Hochau“, mit der Baugenossenschaft München-Ost“ und mit der „Volksheimbaugenossenschaft München“, wodurch sich der Wohnungsbestand des Bauvereins um 372 Einheiten erhöhte.

In dieser Zeit bekam nun aber auch München in zunehmendem Maße die schrecklichen Auswirkungen des Luftkrieges zu spüren. Bis Kriegsende wurden 73 Fliegerangriffe auf das Stadtgebiet verzeichnet. Durch Luftminen, Spreng- und Brandbomben aller Art und Kaliber wurden über 31 % des Vorkriegsbestandes an Wohnungen total zerstört. Nur 2,5 % aller Gebäude und Wohnungen blieben unbeschädigt.

Der Bauverein hatte große Verluste zu beklagen:

12 Häuser waren gänzlich zerstört. Viele der übrigen Häuser hatten schwere Schäden, so dass ein Teil der Wohnungen nicht mehr genutzt werden konnte.

Doch die Leiden des fast sechs Jahre dauernden Krieges und die traurige Bilanz, die am Ende gezogen werden musste, hatten den Willen zum Überleben und zum Wiederaufbau nicht erstickt. In genossenschaftlichem Geist wurde alsbald begonnen, wenigstens einen Teil der beschädigten Wohnungen, so gut es eben ging, instand zu setzen. Der Mangel an Baumaterialien und allen übrigen Bedarfsgütern, die schlechte Versorgung mit Lebensmitteln, die Hungerrationen zur Folge hatten, sowie die Geldentwertung behinderten in den drei Jahren nach Kriegsende die Beseitigung der Schäden und den Wiederaufbau ganz erheblich.

Erst durch die Währungsreform am 21. Juni 1948 änderten sich die Voraussetzungen grundlegend. Das neue Geld war zwar knapp, aber Schritt für Schritt konnten nun die 1941 eingestellten Arbeiten an den zum Teil im Rohbau befindlichen Gebäuden weitergeführt und abgeschlossen werden, ebenso der Wiederaufbau der total zerstörten Häuser. Gleichzeitig wurden die notwendigen Instandsetzungsarbeiten an den übrigen Wohnanlagen vorgenommen. 

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Letzte Aktualisierung: 29.06.2017